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Wenn ein Mensch gestorben ist, müssen die Angehörigen Abschied nehmen. Abschiednehmen - das sieht wohl für jeden und jede anders aus. Die Beerdigung ist dabei vielleicht der schwierigste und dunkelste Schritt, aber zugleich ein sehr bedeutsamer.

 

Das Beerdigungsritual hilft den Angehörigen in ganz elementarer Weise, mit der Trauer um den Toten und dem Tod umzugehen, der nun auch Teil ihres eigenen Lebens geworden ist. Der Beerdigung geht in der Regel ein Trauergespräch voraus - zwischen dem Pfarrer oder der Pfarrerin und den Hinterbliebenen, zumeist im geschützten Rahmen der eigenen Wohnung. Hier finden Trauer, Erinnerung und persönliche Fragen Platz. Im Rahmen dieses Gesprächs kann ebenfalls vereinbart werden, wie die Beerdigungsfeier gestaltet wird.

 

In der Trauerfeier versammeln sich Angehörige, Freunde und andere Gemeindeglieder, um mit dem Verstorbenen oder der Verstorbenen den letzten Weg gemeinsam zu gehen - in der Aussegnungshalle, in der Kirche und am Grab. Hier können sie Schritt um Schritt versuchen, Abschied zu nehmen. Die alten Rituale sind dabei tragend. Lieder und Gebete helfen, Worte zu finden. Im Mittelpunkt der Trauerfeier steht die Ansprache über ein Bibelwort, vielleicht eines, das dem oder der Verstorbenen wichtig war. Das Leben des oder der Verstorbenen kommt in der Traueransprache noch einmal zur Sprache. Eine Brücke vom Tod zum Leben ist die christliche Hoffnung, dass Gott auch den Toten nahe ist und dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Am Ende des Weges steht die Hoffnung auf Leben.

 

Ansprechpartner

Pfarrerin M. Peisker, Hoffnungsgemeinde, Reformationsgemeinde Rothensee

Pfarrer C. Peisker, Hoffnungsgemeinde, Reformationsgemeinde Rothensee

Pfarrer Johannes Möcker, St. Nicolaigemeinde

 

 

Die Aussegnung – ein leider vergessener Brauch

 

Wir möchten Ihnen heute etwas zumuten, was auf den ersten Blick unangenehm scheint. Unangenehm, weil es um den Tod geht, darum, was passiert, wenn ein Mensch aus unserer Mitte gerissen wird. Aber bitte gestatten Sie es uns trotzdem, mit Ihnen darüber nachzudenken. Denn wir halten es für sehr wichtig, gerade in Zeiten, in denen der Tod verdrängt wird, abgeschoben in Pflegeheime und Intensivstationen.

Was passiert mit uns, wenn ein lieber Mensch aber zu Hause stirbt, bei uns? Egal ob nach langer schwerer Krankheit oder plötzlich und überraschend – zuerst befällt die Angehörigen oft ein großer Schock. Man weiß nicht, was man zuerst denken soll, was zuerst tun soll. Es ist ja überhaupt nicht zu begreifen. Schnell den Arzt holen und dann gleich das Bestattungsinstitut, so sind meist die nächsten Gedanken. Und dann wird der Verstorbene abgeholt, weggebracht. Und die Angehörigen bleiben zurück, verwirrt, durcheinander. Man hatte gar keine Zeit zu verstehen, was da eigentlich abgelaufen ist. Und das ist sehr schade.

In früheren Zeiten gab es den Brauch, den Verstorbenen selbst im Haus aufzubahren, für mindestens einen Tag oder auch länger. Man hat sich Zeit genommen, in Ruhe Abschied zu nehmen, und diese Zeit ist so wichtig! Es ist so wichtig, die Trauer zuzulassen, Zeit zum Weinen zu haben, noch etwas für den Verstorbenen tun zu können, und sei es, ihn ordentlich in ein Bett zu legen oder ihm ein paar Blumen in die Hand zu geben.

Dieser Brauch ist verloren gegangen und mit ihm die Praxis der „kirchlichen Aussegnung“. Damit ist gemeint, dass der Pfarrer ins Haus kommt, gleich nach dem Eintritt des Todes und vor dem Bestattungsinstitut. Dass er da ist, um zu helfen. Und dass er ein paar Worte spricht. Ein Gebet. Ein Psalmwort. Dass der Raum da ist, um zur Ruhe zu kommen, sich zu verabschieden, eine Kerze anzuzünden. Solche kleinen Dinge können für die Angehörigen sehr hilfreich sein.

Wir möchten Ihnen heute ausdrücklich sagen: Dafür sind wir als Pfarrer da! Und wir möchten Mut dazu machen, uns anzurufen in so einem Notfall.

Auch wenn Sie dieses Thema jetzt nicht betrifft, vielleicht erinnern Sie sich einmal an diese Zeilen. Das fänden wir schön.

 

Pfarrer Möcker
Pfarrerin Peisker
Pfarrer Peisker