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Liebe Leserinnen und Leser!

 

Das Jahr 2019 ist schon weit fortgeschritten. Die zweite Jahreshälfte hat längst begonnen. Zeit sollte man sich nehmen, um auch mitten im Jahr einmal zurück zu blicken. Was habe ich schon alles erlebt? Waren schöne Dinge dabei, Feste, die gefeiert wurden, ein schöner Urlaub vielleicht? Oder auch manch Unangenehmes, vielleicht eine Krankheit? Wie war dieses Jahr 2019 für mich?

Jedes Jahr steht in unseren Kirchen ja unter einem besonders ausgesuchten Bibelwort, der Jahreslosung. Wissen Sie noch, wie sie für dieses Jahr heißt? „Suche Frieden und jage ihm nach!“ aus Psalm 34. Das ist ein Wort, das man sich eigentlich jeden Tag ins Gedächtnis rufen müsste. Ein Wort, welches man am liebsten den Mächtigen dieser Welt zuschreien möchte, den Diktatoren und Wichtigtuern, den Politikern und Präsidenten. Aber auch den Gewalttätigen, Aufwieglern, anonymen Drohern im Netz und Tätern. Tut Ihr das? Denn es war wieder kein friedliches Jahr bis jetzt. Anschläge im persischen Golf, Handelskrieg mit China, immer wieder Drohungen, in Syrien und der Ukraine immer noch Krieg, ein ermordeter Politiker mitten unter uns.

Wann begreifen wir endlich, dass es nichts bringt, mit dem Finger auf andere zu zeigen? Dass ich bei mir selbst anfangen muss? Und wenn ich beklage, dass der Ton in unserem Land durch das Internet rauer geworden ist, habe ich schon meinen eigenen Ton überprüft? Habe ich einfach nur einen bösen Brief geschrieben, anstatt das Gespräch zu suchen?angedacht

Dem Frieden nachjagen, das fängt im Kleinen, bei mir an. Und an jedem Tag, wenn ich meinen Mitmenschen begegne.

Vor längerer Zeit schon habe ich das Foto auf der ersten Seite im Stadtteil Neustädter Feld gemacht. Eine Hecke in Herzform vor einem Hauseingang. Was für ein schönes Zeichen! Und ich habe mich gefragt: Wie gehen die Menschen miteinander um, die sich im Treppenhaus hinter diesem Herz begegnen? Wechseln sie ein nettes Wort miteinander? Suchen sie Kompromisse, anstatt übereinander zu schimpfen? Und wie mag das in allen anderen Hausgemeinschaften im Norden Magdeburgs sein? So ein Herz vor der Tür, als Zeichen, dass Gott uns liebt und möchte, dass wir einander ebenso tun, das könnten wir alle gut gebrauchen.

 

Herzlich grüßt Sie

Pfarrer Johannes Möcker