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Auf nach Surinam – Eine Einladung ins Tropenparadies

 

 

Liebe Leserinnen und Leser !

Surinam, wo liegt das denn? So fragen Sie sich jetzt vielleicht. Das kleinste Land Südamerikas ist ganz im Nordosten des Kontinents am Atlantischen Ozean zu finden. In dem rohstoffreichen Land, dessen Landfläche zu mehr als 90% von unberührtem Regenwald bedeckt ist, ist die Bevölkerungsdichte sehr gering, im Schnitt nur 3 Menschen pro km2. Durch eine einzigartige Vielfalt an Flora und Fauna mit üppigen Riesenfarnen, farbenprächtigen Orchideen und über 1000 verschiedenen Baumarten ist es eines der buntesten Länder Amerikas.

Vor allem ist Surinam aber auch ein ethnischer, religiöser und kultureller Schmelztiegel. Seine Einwohner haben sich aus vier verschiedenen Kontinenten zusammengefunden. Im 17. Jahrhundert eroberten die Niederländer das kleine südamerikanische Land. Auf den Plantagen der Kolonialherren mussten zunächst die indigene Bevölkerung und bald auch aus Westafrika verschleppte Sklaven Zwangsarbeit verrichten. Nach dem Ende der Sklaverei 1863 wurden Vertragsarbeiter aus China, Indonesien und Indien als neue Arbeitskräfte angeworben. Dazu kamen Einwanderer aus Europa und dem Nahen Osten. Durch die Einwanderer ist eine religiöse Vielfalt entstanden, in der Menschen friedlich zusammenleben. So stehen in der Hauptstadt des mehrheitlich christlich geprägten Landes die Synagoge, neben der Moschee und unweit davon auch ein Hindutempel und verschiedene christlichen Kirchen.

"Gran tangi gi Mama Aisa", Sri Irodikromo, © Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.Die Frauen auf dem Bild lassen uns diese Vielfalt erahnen. Im Vordergrund ist eine Kreolin, Nachfahrin der ehemaligen Sklaven, zu sehen. Aufrecht und würdevoll geht, ja beschreitet, sie ihren Weg. Fast wie im Traum, ihre Augenlider sind geschlossen. Wer ist sie, diese Frau aus Surinam? Eine Stammesmutter, eine Anführerin oder der Prototyp einer starken Frau, wie es so viele gibt in dem kleinen Land? Ihr Kleid in Türkis und Ockergelb erinnert an die Farben von Wasser, Himmel, Erde und Urwald und erzählt damit von der Schöpfungsvielfalt des Landes. Gottes Schöpfung ist sehr gut! – Dieses Motto haben die surinamischen Frauen für den diesjährigen Weltgebetstag ausgesucht.

 

Aber das Naturparadies ist bedroht: Neben der vorherrschenden Korruption ist vor allem der massive Rohstoffabbau eines der Hauptprobleme des Landes. Zum einen wird so die einzigartige Natur zerstört. Zum anderen ist durch eine einseitig auf Export von Rohstoffen ausgerichtete Politik eine wirtschaftliche Krise entstanden. Diese gefährdet zunehmend das traditionell harmonische Zusammenleben in dem multiethnischen Land. In der Liturgie des Weltgebetstages laden uns die Frauen ein, mit ihnen gemeinsam über die reichen Gaben Gottes zu staunen, sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur einzusetzen und um die Bewahrung der uns anvertrauten Schöpfung zu bitten.

Sie sind herzlich eingeladen, am 2. März mit uns gemeinsam in der Hoffnungsgemeinde den Weltgebetstag zu feiern.

 

Ihre Pfarrerin Monika Peisker