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Liebe Gemeinden!


Diese Ausgabe beinhaltet eine für mich sehr spannende Zeit: den Advent und den Weihnachtsfestkreis. Hier wird Kirchenmusik besonders dankbar aufgenommen und das Licht, das für Jesus als Retter der Welt steht, findet durch Gesang und Kerzenschein besonderen Zugang zu uns. Weiterhin blicken wir auch auf die Besonderheiten, die uns das neue Jahr bringen wird.
Da hat 2019 ordentlich etwas zu bieten. In Gedenken an die friedliche Revolution vor 30 Jahren feiern wir die Freiheit, da können doch alle Christen aufleben und beflügelt sich ins Zeug legen. Mir kommt da gleich das Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ in den Sinn. Möchte man nicht mit der Freiheitsenergie die Türen unserer Kirchen, des Gemeinderaumes (dann wird auch nicht der Heilige Geist durch Klingeln vertrieben) und natürlich auch alle Herzen öffnen, für Weite sorgen, damit unsere inneren und äußeren Gebäude anziehend wirken und das weihnachtliche Friedenslicht mit genügend Sauerstoff versorgt wird? Wenn es gelingt, dass wir uns überzeugend von Ängsten befreien und wir uns selber, unserem Nächsten und Gott öffnen, bekommen wir dann nicht die Leichtigkeit, die positive Energie, um über alle belanglose Nichtigkeiten und zwanghafte Verklemmungen zu springen, getreu dem Psalmen-Vers „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“.
Auf der Vorderseite sehen Sie das Bild „Boot“ von Fritz Winter, der ab 1927 am Dessauer Bauhaus studiert hat. 2019 ist ja auch das 100jährige Bauhausjubiläum. Eine entscheidende Triebkraft für die Bauhausideen war es, dem erlebten Grauen des Krieges eine neue pazifistische freiheitliche Bewegung entgegen zu setzen. Das Boot gilt als ein ganz
Das Boot v. Fritz Winterstarkes Befreiungsinstrument und beim Betrachten springen einem doch gleich mehrere „Fs“ für Freiheit ins Auge. Die Boote müssen allerdings see- bzw. lebenstauglich sein. Es ist ja eine große Tragödie, wie viele Flüchtlingsboote verunglücken. In Bezug auf die Situation in unseren Gemeinden ist es wichtig aufzuzeigen, dass unsere Freiheitstransporter einladend und bereit sind, Menschen aufzunehmen. Unverständlich, mit falschem Pathos markerschütternd oder allzu schläfrig sollte es hier nicht klingen.
Ich frage mich, wie es gelingen kann, dass gezielt verbreitete Ängste so viel Unheil anrichten. 2019 haben wir hierfür wirklich überzeugende Gegenargumente. Lassen Sie uns die Freiheitsgeschenke freudig auspacken und nutzen. Hier denke ich vor allen Dingen an das überwältigende Liebesgeschenk, das uns so wunderbar durch die Geburt Jesu gemacht wurde. Lassen Sie uns diese bejubeln und Lobgesänge anstimmen in einer Weise, dass sie gehört werden und zum Mitsingen bewegen. Schlagen Sie doch im Gesangsbuch das Lied Nummer 360 auf und singen Sie dies vielleicht auch mit eigener Melodie, öffnen Sie ruhig mutig die Fenster, so dass Ihre Nachbarn es hören können.

 

Ihr Michael Scholl