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Liebe Gemeinden,

 

während ich diese Zeilen schreibe, ist es noch heißer Hochsommer. In diesen letzten Julitagen bestimmt immer wieder dasselbe Thema die Titelseiten der Zeitungen: „Das Land ächzt weiter unter der Dürre.“ „Glühende statt blühende Landschaften.“ „Kein Ende der Trockenheit in Sicht.“ So oder ähnlich lauten die Überschriften.

Angesichts zunehmender Symptome des fortschreitenden Klimawandels bekommen wir gerade eine Ahnung davon, wie hart das Leben in den Wüstengebieten dieser Erde sein muss. Nur da, wo eine erfrischende Quelle sprudelt, trotzen grüne Oasen der sengenden Hitze. Oder nur dort, wo täglich bewässert wird, wächst und gedeiht überhaupt noch etwas.

Jeder, der einen Garten oder einen liebevoll begrünten Balkon hat, weiß von der Mühe des täglichen Gießkannen-Schleppens ein Lied zu singen. Wohl dem, der sich diese Arbeit mit einem Gartenschlauch erleichtern kann. Und dennoch nehmen viele von uns solche Mühen nur zu gern auf sich. Denn ein eigener Garten ist etwas Wunderbares, ein Stück vertraute Heimat, eine besondere kleine Welt, die wir nach unseren eigenen Vorstellungen einrichten, gestalten und formen können.

„Ach das könnte schön sein, ein Häuschen mit Garten“, formuliert ein bekannter Song. Viele Menschen träumen vom eigenen Garten. Darin findet wohl der tief in uns wurzelnde Traum von einer reichen, bunten, blühenden und geschützten Welt seine Gestalt. Ein schöner Garten kann zum Lieblingsort und Lebenselixier werden, uns das Gefühl von Erd- und Naturverbundenheit geben, wohltuend auf Seele und Sinne wirken.

Gärten stehen auch in der Bibel oft im Blickpunkt des Interesses. Ganz Entscheidendes für Heil und Unheil der Menschen spielt sich hier ab. Der Garten Eden ganz am Anfang, der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Gottesgarten. Und dann Jesus, der im Garten Gethsemane verraten und gefangengenommen wird. Als Auferstandener neben dem leeren Grab wird er von Maria Magdalena zunächst für den Friedhofsgärtner gehalten (Joh 20,15), ein Hinweis darauf, dass der Weg ins himmlische Gartenreich nun wieder zugänglich ist. Und das alte persisch-griechische Wort für Gottes Garten ist in unserer Sprache längst kein Fremdwort mehr, sondern für viele ein Herzenswort geworden, weil sich in ihm Anfang und Ende, Ursprung und Ziel und die Sehnsucht nach einer unvergänglichen Heimat wie in einem Brennpunkt bündeln: Gottes Garten – das Paradies.

Sehnsuchtsort in sattem Grün„Schau an der schönen Gärten Zier!“, heißt es im bekannten Sommerlied (EG 503,1). Gartenschauen setzen urtypische menschliche Träume ins Bild, rühren dabei auch Tiefensymbole unseres Glaubens an. Gut, dass die Kirche auf der diesjährigen Landesgartenschau so präsent ist.

Dorthin wollen wir uns gemeinsam auf den Weg machen:

 

Herzliche Einladung zum Gemeindeausflug am 16.09.2018 zur LAGA nach Burg!

 

                                                                                         Christian Peisker, Pfarrer