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Liebe Leserinnen und Leser !

Kerzen auf vier Absätzen rechts und links der Treppenstufen. So sehen Sie es auf dem Titelbild dieses Gemeindebriefes. Vier Absätze, ehe man oben ist. Wenn Sie diesen Gemeindebrief in den Händen halten, dann haben wir vier Adventssonntage vor uns. Und der Vierte ist in diesem Jahr schon der Heilige Abend. Dann sind wir „oben“ und es geht schon aufs neue Jahr zu.

Diese Treppe habe ich im Herbst fotografiert. Sie findet sich in Mecklenburg, mitten in einem total heruntergekommenen Schloss. Alles aufgerissen, alt, eine riesige, nicht enden wollende Baustelle. Die Besitzer wissen nicht, wann sie jemals fertig sein wird. Und doch haben sie für die Besucher die Kerzen dahingestellt. Warmes Licht, welches den bröckelnden Putz einen Moment vergessen lässt.

Als ich vor vier Wochen in Ihre Gemeinden kam, fand ich mich auf einer großen Baustelle wieder. Die St. Nicolai-Kirche aufgerissen, der Hausschwamm leuchtet, alles schmutzig. Und auch in unserem Kirchspiel, so habe ich gehört, gab es in den letzten Monaten so viele Ab- und Umbrüche. Ob Pfarrer, Gemeindepädagogin,  Sekretärin, Kirchenmusikerin, GKR-Vorsitz und noch anderes: Seit letztem Jahr gab es „sieben“ personelle Wechsel und Lücken. Eigentlich eine Baustelle, wie sie größer nicht sein könnte. Und doch habe ich in den letzten Tagen Menschen kennen lernen dürfen, die den Kopf überhaupt nicht in den Sand stecken. Im Gegenteil. Menschen, die voller Vorfreude sind darauf, wie schön alles werden wird, Menschen voller Tatendrang, die anpacken und sich auf Neues freuen, bei Gebäuden und im Leben der Gemeinde.

Das ist toll und bewundernswert! Es ist wie ein warmes Licht, mit dem ich hier empfangen wurde. Wie das Licht der Kerzen auf dem Bild. Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Im Gesangbuch beginnen wir mit dem Lied Nr.1: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit.“

Das ist das Eigentliche, das Entscheidende, wenn wir in unserem Leben, privat und in der Gemeinde, vorankommen und bestehen wollen: Dass wir unseren Herrn dabeihaben. Dass er in unsere  Herzen einzieht. Er sagt auch in diesem Dezember wieder: „Ich gehe mit euch die Treppe hoch, durch den Advent und ins neue Jahr.“ Wenn das so ist, was kann da noch schiefgehen? 

So freue ich mich auf die Begegnungen mit Ihnen und darauf, dass wir  gemeinsam herausfinden, was Gott noch alles Spannendes mit uns vorhat.

               

Herzlich grüßt Sie

                                                Pfarrer Johannes Möcker