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Angedacht

„Tochter Zion, freue dich!“

Vorweihnachtliche Atmosphäre breitet sich in diesen Tagen bei uns aus. Das Dunkel des Spätherbstes wird in viele bunte Lichter getaucht. Als Christen warten wir auf das eine unvergleichliche Licht, das vom Kind von Bethlehem ausgeht. Beim Singen der Adventslieder bereiten wir uns auf sein Kommen vor: „Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Ja, er kommt, der Friedefürst.“

Ein besonderes Licht dieses Königs durchflutet vom Osten her oft auch unsere Reformationskirche in Rothensee. Vormittags, manchmal, wenn wir gerade Gottesdienst feiern, wird die Kirche in ein warmes farbiges Licht getaucht: Sonnenstrahlen brechen sich in prächtigen bunten Farbtönen Bahn durch die Fenster im Altarraum.

Das linke Fenster – vorn auf diesem Gemeindebrief abgebildet – verkündet eine klare Botschaft. Unten markiert ein

Kirchenfenster der Reformationskirche
blaues Dreieck ein festes tragfähiges Fundament. Darauf steht eine goldene Menorah, der siebenarmige Leuchter, zentrales Symbol jüdischen Glaubens. Die brennend roten Kerzenflammen erinnern an Gottes Geist, im Anfang der Schöpfung über den Wassern schwebend, zu Pfingsten auf Jesu Jünger herabgekommen.

 

Oben im Fenster thront rot der sechszackige Davidsstern, ebenfalls zentrales jüdisches Symbol. Der tiefblaue Kreis darum lässt an das Auge Gottes denken; Israel erscheint hier als Gottes Augapfel. Helle Strahlen brechen aus dem dunklen Kreis hervor, und im Zentrum des Goldglanzes markieren vier hebräische Buchstaben (Jod, Schin, Waw und Ajin) das Wort „Jeschua“, „Gott hilft“, die hebräische Form des Namens Jesu.

Die Fensterfarben lassen transparent werden, dass Jesus fest im jüdischen Glauben verwurzelt ist und seine Botschaft aus der Glaubenshoffnung Israels schöpft. Für uns Christen ist Jesus der Messias und Erlöser. Diesen Schritt können jüdische Gläubige nicht mitgehen; sie warten bis heute auf sein Kommen. Aus dieser Differenz resultiert die besondere Spannung im Verhältnis beider Religionen: enge familiäre Zusammengehörigkeit einerseits, klare Trennung in der Messiasfrage andererseits.

Ich denke: Es ist Gottes großes Geheimnis, warum er sein Volk auf zwei verschiedenen Wegen getrennt unterwegs sein lässt. Unsere Aufgabe als Christen ist es, uns zur engen Verbundenheit mit unseren jüdischen Geschwistern zu bekennen. Der Jude Jesus selbst begründet unsere familiäre Zusammengehörigkeit. Gerade angesichts der jüngsten Ereignisse von Halle sind wir herausgefordert. Wo immer Judenfeindschaft in unserer Gesellschaft ihre hässliche Fratze zeigt, wird Jesus selbst angegriffen, und mit ihm auch wir.

In der Adventszeit bereiten wir uns auf das Kommen unseres jüdischen Friedefürsten vor. Sanftmütig ist er und freundlich. Ich wünsche uns allen eine friedliche, in ein warmes und freundliches Licht getauchte, Adventszeit.

 

Herzlich grüßt Sie

Pfarrer Christian Peisker

 

Segenswunsch für alle Geburtstagkinder

Gott segne dir den Weg, den du nun gehst.

Gott segne dir das Ziel, für das du lebst.

Sein Segen sei ein Licht um dich her und innen in deinem Herzen.

Aus deinen Augen strahle sein Licht

wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses.

Wen immer du triffst auf deinem Weg,

ein freundlicher Blick von ihm möge dich treffen.

Gott schütze dich auf deinem Weg im neuen Jahr!

Nach einem altirischen Segen